Eine Achillessehnenbandage ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das die Achillessehne (gemeinsame Endsehne der Wadenmuskulatur am Sprunggelenk) beim Hund stützt, entlastet und in Position hält. Sie wird bei Verletzungen, Reizzuständen oder nach Operationen eingesetzt und stabilisiert das Tarsalgelenk (Sprunggelenk), um eine kontrollierte Heilung zu ermöglichen. Je nach Ausführung wirkt sie kompressiv, führend oder als teilentlastende Orthese.
Die Achillessehne des Hundes (Tendo calcaneus communis) ist die kräftigste Sehne im Bewegungsapparat und setzt am Fersenbein (Tuber calcanei) an. Sie bündelt die Endsehnen der Wadenmuskulatur, insbesondere des Musculus gastrocnemius, des Musculus flexor digitorum superficialis sowie der Beugemuskeln des Oberschenkels. Ihre Aufgabe ist die Streckung des Sprunggelenks und damit die Abstoßbewegung beim Laufen, Springen und Treppensteigen.
Wirkprinzip einer Achillessehnenbandage
Eine Achillessehnenbandage umschließt das Sprunggelenk und den unteren Unterschenkel. Sie kann je nach Bauart Druck auf das umliegende Gewebe ausüben (Kompression), das Gelenk in einem bestimmten Winkel führen oder durch eingearbeitete Schienen die Streckung des Tarsus begrenzen. Ziel ist es, Zugkräfte von der geschädigten Sehne zu nehmen und gleichzeitig die Muskelpumpe sowie die Propriozeption (Eigenwahrnehmung der Gliedmaße) zu unterstützen.
Typische Einsatzgebiete beim Hund
- Teil- oder Komplettrupturen der Achillessehne (häufig bei Doberman, Labrador, Border Collie)
- Tendinopathien und chronische Reizzustände
- Postoperative Nachsorge nach chirurgischer Sehnenrekonstruktion
- Schwäche der Wadenmuskulatur mit Durchtrittigkeit im Sprunggelenk
- Neurologisch bedingte Funktionsstörungen (z. B. nach Ischiadicusläsion)
Abgrenzung zur Tarsalorthese
Während eine einfache Bandage primär stützt und wärmt, geht eine Achillessehnenorthese deutlich weiter: Sie kann das Sprunggelenk in einem definierten Winkel fixieren und so die Sehne über Wochen vollständig entlasten. Bei kompletten Rupturen ist eine maßgefertigte Orthese in der Regel einer weichen Bandage überlegen, da nur sie die nötige biomechanische Ruhigstellung gewährleistet.
Bedeutung der individuellen Anpassung
Hunde unterscheiden sich stark in Körperbau, Gewicht und Aktivitätsniveau. Eine schlecht sitzende Bandage kann Druckstellen, Scheuerstellen oder eine Verschiebung der Sehne verursachen. Maßgefertigte Lösungen, wie sie Trittwerk herstellt, werden anhand eines 3D-Scans oder Gipsabdrucks der Hintergliedmaße erstellt und auf das jeweilige Krankheitsbild abgestimmt.
Mögliche Symptome
- Durchtrittigkeit im Sprunggelenk (plantigrade Fußung)
- Lahmheit der Hintergliedmaße
- Schwellung und Verdickung im Sehnenbereich
- Schmerzempfindlichkeit bei Druck auf die Achillessehne
- Verminderte Belastung oder Schonhaltung
- Eingeschränkte Streckung des Tarsalgelenks
Orthopädische Indikationen
- Teilruptur der Achillessehne
- Konservative Behandlung kompletter Sehnenrupturen
- Postoperative Stabilisierung nach Sehnennaht
- Chronische Tendinopathien
- Neurologisch bedingte Sprunggelenksinstabilität
- Altersbedingte Schwäche der Wadenmuskulatur
- Begleitende Versorgung bei Calcaneusfrakturen
Häufige Fragen
Wie lange muss mein Hund eine Achillessehnenbandage tragen?
Die Tragedauer hängt vom Krankheitsbild ab und reicht von wenigen Wochen bei leichten Reizzuständen bis zu mehreren Monaten nach Rupturen oder Operationen. Den konkreten Tragezeitplan legt der behandelnde Tierarzt oder Physiotherapeut individuell fest.
Kann mein Hund mit der Bandage normal laufen?
Eine gut angepasste Bandage ermöglicht in der Regel ein kontrolliertes Gehen an der Leine. Sprünge, Treppen und Toben sind während der Heilungsphase meist untersagt, um die Sehne nicht zu überlasten.
Reicht eine Bandage bei einer kompletten Sehnenruptur aus?
Bei vollständigen Rupturen ist in den meisten Fällen eine starre Orthese oder eine Operation mit anschließender orthetischer Nachsorge erforderlich. Eine weiche Bandage allein kann die nötige Ruhigstellung selten gewährleisten – die Entscheidung trifft der Tierarzt nach bildgebender Diagnostik.
Worauf muss ich beim täglichen Tragen achten?
Kontrollieren Sie die Haut unter der Bandage regelmäßig auf Druckstellen, Rötungen oder Scheuern. Die Bandage sollte fest, aber nicht einschnürend sitzen, und bei Nässe oder Verschmutzung gereinigt beziehungsweise gewechselt werden.