Kniegelenksdysplasie (Lama)

Die Kniegelenksdysplasie beim Lama bezeichnet eine angeborene oder früh erworbene Fehlentwicklung des Kniegelenks (Articulatio genus), bei der die knöchernen und weichteiligen Strukturen nicht korrekt zueinander passen. Betroffen sind vor allem die Gleitrinne der Kniescheibe (Trochlea femoris), die Kreuzbänder oder die Menisken. Die Folge sind Instabilität, Fehlbelastung und langfristig degenerative Gelenkveränderungen.

Die Kniegelenksdysplasie beim Lama bezeichnet eine angeborene oder früh erworbene Fehlentwicklung des Kniegelenks (Articulatio genus), bei der die knöchernen und weichteiligen Strukturen nicht korrekt zueinander passen. Betroffen sind vor allem die Gleitrinne der Kniescheibe (Trochlea femoris), die Kreuzbänder oder die Menisken. Die Folge sind Instabilität, Fehlbelastung und langfristig degenerative Gelenkveränderungen.

Das Kniegelenk des Lamas ist ein komplexes Scharniergelenk zwischen Oberschenkelknochen (Femur), Schienbein (Tibia) und Kniescheibe (Patella). Bei einer Dysplasie liegt eine Fehlformung einer oder mehrerer dieser Strukturen vor. Besonders häufig ist beim Lama eine zu flache Trochlea femoris, wodurch die Kniescheibe seitlich aus ihrer Führung springen kann (Patellaluxation). Auch Fehlstellungen der Beinachse oder eine Hypoplasie der Femurkondylen kommen vor.

Ursachen bei Lamas

Lamas sind als Andentiere auf lange, ausdauernde Wanderungen in unebenem Gelände ausgelegt. Genetische Veranlagung spielt eine zentrale Rolle, da bestimmte Blutlinien vermehrt betroffen sein können. Zusätzlich begünstigen zu schnelles Wachstum, Übergewicht bei Jungtieren, Fehlbelastungen durch Weichbodenhaltung oder Mangelversorgung mit Mineralien und Spurenelementen (insbesondere Kupfer, Zink, Selen) die Fehlentwicklung des Kniegelenks.

Betroffene Strukturen

  • Trochlea femoris (Gleitrinne der Kniescheibe)
  • Patella (Kniescheibe) und ihre Bänder
  • Kreuzbänder und Menisken
  • Umgebende Muskulatur und Gelenkkapsel

Orthopädische Relevanz

Da Lamas als Herdentiere Schwäche instinktiv verbergen, wird eine Kniegelenksdysplasie oft erst spät erkannt. Unbehandelt führt sie zu chronischer Lahmheit, Arthrose und deutlich reduzierter Belastbarkeit – ein erhebliches Problem bei Trekkinglamas oder Zuchttieren. Orthopädische Hilfsmittel wie individuell angepasste Knieorthesen können das Gelenk stabilisieren, Fehlbelastungen reduzieren und in Kombination mit Physiotherapie die Lebensqualität deutlich verbessern. Die Anfertigung erfordert exakte Maßnahme, da die schlanke, langbeinige Anatomie des Lamas eine besondere Passform verlangt.

Mögliche Symptome

  • Wechselnde oder anhaltende Lahmheit der Hintergliedmaße
  • Steifer, kurzer Gang, verkürzte Schrittlänge
  • Sichtbares Wegknicken oder Herausspringen der Kniescheibe
  • Vermehrtes Liegen (Kush-Position) und Bewegungsunlust
  • Muskelschwund an der betroffenen Hinterhand
  • Zurückbleiben in der Herde bei Bewegung
  • Schwellung oder Erwärmung im Kniebereich

Orthopädische Indikationen

  • Stabilisierung bei Patellaluxation durch eine individuell gefertigte Knieorthese
  • Entlastung nach konservativer oder operativer Versorgung
  • Unterstützung bei chronischer Instabilität und beginnender Arthrose
  • Korrekturhilfen bei achsenbedingten Fehlstellungen im Wachstum
  • Prä- und postoperative Ruhigstellung des Kniegelenks

Häufige Fragen

Ist eine Kniegelenksdysplasie beim Lama heilbar?

Eine echte Heilung im Sinne einer vollständigen anatomischen Korrektur ist selten möglich. Mit einer Kombination aus tierärztlicher Behandlung, gegebenenfalls Operation, Physiotherapie und orthopädischen Hilfsmitteln wie einer Knieorthese lässt sich jedoch häufig eine gute Funktion und Lebensqualität erreichen.

Woran erkenne ich als Halter erste Anzeichen?

Achten Sie auf ungleichmäßigen Gang, häufiges Liegen, Schonhaltung oder ein leichtes Wegknicken der Hinterhand. Da Lamas Schmerzen gut verbergen, sollte bereits bei leichten Auffälligkeiten ein auf Neuweltkameliden erfahrener Tierarzt hinzugezogen werden.

Kann ein betroffenes Lama noch als Trekkinglama eingesetzt werden?

Das hängt vom Schweregrad ab. Bei leichter Dysplasie mit guter orthopädischer Versorgung ist moderate Arbeit oft möglich. Bei fortgeschrittener Erkrankung sollte auf tragende Belastung verzichtet werden – die Entscheidung trifft der behandelnde Tierarzt individuell.

Wie wird eine Knieorthese für ein Lama angefertigt?

Bei Trittwerk erfolgt die Anfertigung nach exakter Maßnahme oder einem Gipsabdruck am ruhig gestellten Tier. Die Orthese wird individuell an die Beinachse, den Umfang und die spezifische Problematik angepasst, um Stabilität ohne Einschränkung der natürlichen Bewegung zu bieten.

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